Die Sorge vor einer Flutwelle neuer Anleihen durch den anstehenden Schuldenberg Deutschlands drückte die Kurse des Bund Future Anfang März massiv. Doch seit gut zwei Wochen erholt sich das Anleihe-Barometer. Könnte da ein Kaufsignal entstehen?
Als CDU/CSU und SPD „Sondervermögen“ nebst Lockerung der Schuldenbremse für Verteidigungsausgaben verkündeten, schossen die Renditen am deutschen Anleihemarkt an die Hochs des Jahres 2023, die Kurse brachen ein und lieferten ein massiv bärisches Signal. Der Bund-Future als Abbild deutscher Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit krachte durch die Tiefs vom Sommer 2024 und vom Januar dieses Jahres. Und die Argumente dafür, dass man die Anleihen auf einmal fallen ließ wie heiße Kartoffeln, waren durchaus nachvollziehbar:
Hunderte Milliarden Euro müssen an Schulden aufgenommen werden. Das Geld wird man sich über die Ausgabe neuer Anleihen beschaffen müssen. Das wiederum wird dazu führen, dass zum einen das Angebot an Festverzinslichen deutlich steigt, zum anderen könnten die Ratingagenturen in Bezug auf Deutschlands Bonität skeptischer werden. Beides hieße: Für diese neuen Anleihen müsste die Verzinsung so viel höher liegen, dass höheres Angebot und Risiko für die Investoren akzeptabel werden.
Also drückte das gleich mal im Vorfeld auf den Gesamtmarkt, denn es ist letztlich ja normal, dass man eine Veränderung der Gemengelage nicht behutsam und nach und nach in den Markt einarbeitet, sondern reagiert, als wäre morgen bereits alles anders. Doch der Chart des Bund Future zeigt aktuell wieder steigende Kurse. Was steckt dahinter?

Expertenmeinung: Man darf zumindest vermuten, dass wir da Umschichtungen von Kapital aus dem Aktienmarkt erleben. DAX & Co. haben erheblich zu wackeln begonnen. Die Angst vor den Konsequenzen eines quer um den Globus laufenden Handelskriegs führt dazu, dass sich Investoren zumindest für einen Teil des Kapitals vermeintlich sichere Häfen suchen. Nicht umsonst markiert Gold neue Rekorde und laufen konservativere Aktien derzeit besser als hochkonjunktursensible Titel. Und da die Zinsrendite der deutschen „Bunds“ zuletzt erheblich höher lag als in den Monaten zuvor – obwohl die EZB weiterhin die Zinsen gesenkt hat – bieten sich deutsche Bundesanleihen als eines der Ausweichziele an, aber:
Ob das ausreicht, um die jetzt angelaufenen Charthürden in Form der nunmehr als Widerstand fungierenden 2024er-Tiefs nebst Januar-Tief 2025 im Bereich 129,39 bis 129,76 Prozent zu überwinden, ist zumindest offen. Was sich auch darin manifestiert, dass der Bund Future am Montag zwar in diese Widerstandszone hineingelaufen ist, dort aber abdrehte und darunter schloss. Denn diese anstehende Belastung des Anleihemarkts durch eine weit über das zuletzt Normale hinausgehende Emissionstätigkeit des Bundes ist ja nicht vom Tisch. Also?
Also kann diese Gegenbewegung auch als solche enden, eine Trendwende ausbleiben. Zwei Dinge müssten gelingen, damit mehr daraus wird:
Zum einen muss der Bund Future diese jetzt erst einmal gerissene Hürde nehmen, sprich über 129,39/129,76 Prozent schließen, um dann die beiden nächsten Widerstände auf dem Weg zu einem mittelfristig bullischen Signal anzugehen: die Dezember-Abwärtstrendlinie bei aktuell 131,15 Prozent und darüber dann die 200-Tage-Linie, momentan bei 132,72 Prozent. Und es müsste gute Gründe geben, darauf hoffen zu können, dass „Zölle über Schulden“ gehen, sprich, die Sorge vor einem deutlich nach unten abdrehenden Aktienmarkt müsste sich intensivieren. Denn käme es so, kann es sehr gut sein, dass das durch den entstehenden Schuldenberg steigende Anleihe-Angebot auch schnell willige Abnehmer findet … und dann auch zu “nur“ guten und nicht zu drastisch höheren Zinsen.
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