Anfangs schossen die Kurse nach oben, als Donald Trump gestern die nächste Zollrunde einläutete. Doch als klar wurde, dass reziproke Zölle nicht so harmlos sind, wie es anfangs klang, brachen die Futures ein. Und Walmart steht bei diesem Problem in der ersten Reihe.
Das, war der US-Präsident am Nachmittag US-Zeit nach US-Handelsende im Rosengarten des Weißen Hauses verkündete, hatte es in sich. Dabei fiel auf, dass man für wenige Minuten am Aktienmarkt offenbar dachte, dass er ja „nur“ diese reziproken Zölle einführte und nichts Drastisches. Bis er dann anhand einer Grafik klar machte, um was es da tatsächlich geht. Es geht hier vereinfacht um ein „wie du mir, so ich dir“: Wenn andere Länder hohe Zölle auf US-Einfuhren verhängen, tun die USA das im Gegenzug einfach ab jetzt auch. Das klingt im ersten Moment fair, aber das ist es nur sehr bedingt.
Denn gerade in Asien, das besonders heftig von den jetzt steigenden Zöllen getroffen wird, haben die USA ja gezielt einfachere Güter produzieren lassen. Die niedrigeren Arbeitslöhne dort machten es lukrativ, die US-Händler sahen für diese billigeren Importwaren entsprechend große Nachfrage. Dass man diese Waren zu niedrigeren Zöllen ins Land ließ, war letztlich Kalkül, denn nur so lohnte sich das Ganze. Im Gegenzug erhoben solche „Billiglohnländer“ höhere Zölle auf US-Waren, um die eigene Wirtschaft in den Bereichen zu schützen, in der sie unterlegen ist, vor allem in Bezug auf Technologieprodukte.
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Expertenmeinung: Jetzt aber gilt „Auge um Auge“ ohne Ansehen dieser Problematik. Und das wird zwar die produzierenden Länder heftig treffen, aber auch die Einzelhändler, die maßgeblich solche Produkte anbieten. Walmart gehört dazu. Waren aus Asien sind ein nennenswerter Bestandteil des Sortiments. Wobei das keineswegs alles asiatische Marken sind, auch US-Unternehmen bzw. US-Marken, die in Asien produzieren lassen, werden ja davon betroffen sein – und das sind viele.
Wenn man sich überlegt, wie sehr Walmart zuletzt auf chinesische Anbieter einzuwirken versuchte, damit diese ihre Preise wenigstens teilweise als Ausgleich zu den bislang 20 Prozent, die man bei der Einfuhr aus China verlangte, nach unten anpassen, kann man sich vorstellen, dass dieser Rundumschlag mit Zöllen, die je nach Land auch teilweise 30, 40 und mehr Prozent betragen und in einer Woche in Kraft treten sollen, für den Einzelhandelsriesen fatal ist.
Nachbörslich ist die Walmart-Aktie, die den Handel mit 89,76 US-Dollar beendete, per 23:30 Uhr um über fünf Prozent auf 85 US-Dollar weggebrochen. Wenn es nicht vorbörslich heute zu Käufen kommen sollte, würde die Aktie dadurch wieder unter das zum regulären Handelsende knapp als Widerstand überwundene Dezember-Tief bei 88,91 US-Dollar zurückfallen. Das Risiko, das dieser kleine Boden über der aktuell bei 83,70 US-Dollar verlaufenden 200-Tage-Linie nicht nur getestet wird, sondern bricht, ist mit dieser Zollrunde, über deren Dimension und Konsequenz sich manche offenbar nicht im Klaren waren, deutlich gestiegen.

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