Während der S&P 500 in Flammen aufgeht und die Börsen weltweit ein Beben erleben, glänzt Redcare Pharmacy mit dem nächsten starken Quartal.
Von einer Apotheke zur Apothekenmacht
Redcare Pharmacy, ehemals bekannt als Shop Apotheke, hat sich in den letzten Jahren als eine der führenden Kräfte im europäischen Online-Apothekenmarkt etabliert.
Das Unternehmen blickt auf eine beeindruckende Geschichte zurück, die vor über zwei Jahrzehnten in einer stationären Apotheke in Köln begann. Was damals als visionäre Idee eines jungen Pharmazeuten zur Digitalisierung eines Familienunternehmens startete, hat sich mittlerweile zu einem börsennotierten Unternehmen mit einem Kundenstamm von mehr als 10 Millionen Menschen in sieben Ländern Europas entwickelt.
Neben dem klassischen Versandhandel mit rezeptfreien und verschreibungspflichtigen Medikamenten bietet das Unternehmen eine breite Palette an Gesundheits- und Schönheitsprodukten sowie Nahrungsergänzungsmitteln an.
Wachstum mit Plan
In den letzten fünf Jahren konnte Redcare den Umsatz von 968 Mio. auf 2,37 Mrd. Euro mehr als verdoppeln.
Die aggressive Expansion geht jedoch zulasten der Profitabilität, bisher erzielt man noch keinen Gewinn. Der Verlust ist in den letzten Jahren jedoch tendenziell rückläufig gewesen. An der Spitze lag er bei mehr als 4 Euro je Aktie, im letzten Jahr waren es noch -2,27 Euro je Aktie.
Ein Verlust in Höhe von 46,4 Mio. Euro ist im Verhältnis zu einem Umsatz von mehr als 2 Mrd. Euro nicht viel, die operative Marge liegt nur knapp unter der Null-Linie. Die Strategie von Redcare scheint einfach zu sein: Um zu wachsen, investiert man so viel wie möglich, verbrennt aber auch nicht unnötig Geld.
Ab einer gewissen Größe muss man nur an einigen Stellschrauben drehen und ist profitabel. Wenn man weniger schnell expandieren würde, wäre das wohl jetzt schon möglich.
Warum das Wachstum in diesem Segment so wichtig ist
Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres hat sich die gute Entwicklung fortgesetzt.
Den vorläufigen Zahlen zufolge konnte der Umsatz im ersten Quartal um 28 % auf 717 Mio. Euro gesteigert werden.
Die Non-Rx-Umsätze (rezeptfrei) haben um 20 % auf 484 Mio. Euro zugelegt. Das RX-Geschäft mit rezeptpflichtigen Medikamenten konnte sogar um 49,5 % auf 233 Mio. Euro gesteigert werden.
In Deutschland haben sich die RX-Umsätze nahezu verdreifacht und konnten auf Jahressicht um 191 % auf 108 Mio. Euro gesteigert werden.
Die aktive Kundenbasis konnte von 11,2 auf 13,1 Millionen vergrößert werden. Der höhere Anteil an rezeptpflichtigen Medikamenten könnte ein Indiz dafür sein, dass das Geschäft zunehmend durch wiederkehrende Einnahmen geprägt ist.
Denn verschreibungspflichtige Medikamente finden in vielen Fällen bei chronischen Erkrankungen Anwendung.
Darüber hinaus dürfte das RX-Geschäft wesentlich profitabler sein. Bei nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten muss man mit den Preisen anderer Anbieter wie DocMorris konkurrieren.
Da alle Wettbewerber derzeit noch auf Wachstum setzen, dürften die Margen niedrig sein.
Das ist die Basis für zukünftige Gewinne
Verschreibungspflichtige Medikamente unterliegen in Deutschland jedoch der Arzneimittelpreisverordnung, die einen einheitlichen Apothekenabgabepreis sowie fixe Zuschläge für Großhandel und Apotheken vorschreibt.
In den anderen Ländern, in denen Redcare aktiv ist, sieht es ähnlich aus. In Frankreich wird der Preis für verschreibungspflichtige Medikamente vom Wirtschaftsausschuss für Gesundheitsprodukte (Comité Économique des Produits de Santé, CEPS) festgelegt und gilt dann für alle Apotheken.
In Italien wird der Preis verschreibungspflichtiger Medikamente von der italienischen Arzneimittelbehörde (AIFA) festgelegt. Diese Preise sind für Apotheken verbindlich, und es gibt fixe Margen für Großhandel (ca. 3 %) und Apotheken (ca. 26,7 %).
In Belgien legt das Nationale Institut für Kranken- und Invalidenversicherung (INAMI/RIZIV) die Erstattungspreise für verschreibungspflichtige Medikamente fest, die gleichzeitig als Höchstpreise für Apotheken gelten.
In der Schweiz schließlich werden die Preise verschreibungspflichtiger Medikamente vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) ebenfalls festgelegt.
Ausblick und Bewertung
In Österreich unterliegen verschreibungspflichtige Medikamente einer staatlichen Preisregulierung, allerdings mit einem etwas anderen Ansatz. Die Preisbildung basiert auf dem sogenannten EU-Durchschnittspreis.
Lange Rede, kurzer Sinn. Redcare hat das Potenzial, in der näheren Zukunft ordentliche Gewinne zu erzielen.
Für das Geschäftsjahr 2026 wird ein Ergebnis von 1 – 2 Euro je Aktie erwartet und im Folgejahr 3 – 6 Euro je Aktie.
Bisher hat Redcare den Zeitpunkt für den Sprung über die Gewinnschwelle immer wieder nach hinten verschoben. Das kann wieder geschehen, ändert aber wenig an dem zugrundeliegenden Potenzial.
Das KUV liegt aktuell bei 0,98. Seit dem Börsengang musste man durchschnittlich 1,22 auf den Tisch legen.

Redcare ist zum Aufwärtstrend nahe der Unterstützung bei 115 Euro zurückgekommen. Wird dieser Support durchbrochen, muss mit einem erneuten Rücksetzer in Richtung 100 Euro gerechnet werden.
Solange das nicht geschieht, besteht jedoch die Hoffnung, dass es zu einer erneuten Erholung Richtung 140 Euro kommt.
Darüber käme es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 150 – 153 sowie 160 und 170 Euro.
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