DEUTZ Aktie Prognose Deutz: Jetzt müssen Anschlusskäufe her, sonst …

News: Aktuelle Analyse der DEUTZ Aktie

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Zur DEUTZ Aktie

Ein Analyst bei ODDO BHF äußerte sich am Montag optimistisch zu den Perspektiven des Motoren-Herstellers Deutz, die Aktie stieg daraufhin um 8,43 Prozent. Ein Signal dafür, dass die Bullen „wollen“. Aber noch kein Beweis dafür, dass sie auch „können“.

Denn der Deutz-Kurs vollendete damit zwar eine Bodenbildung oberhalb der im Oktober erfolgreich getesteten, wichtigen Unterstützungszone zwischen 2,99 und 3,64 Euro. Aber die Aktie lief damit nur an und nicht über den Widerstandsbereich 4,842 zu 4,878 Euro, der die Handelsspanne der vergangenen drei Jahre in etwa in der Mitte trennt. Um in den oberen Bereich zu gelangen und damit die Perspektive zu erhalten, den Bereich 6,08 zu 6,41 Euro anzugehen und im Idealfall dort einen großen Befreiungsschlag zu vollziehen, muss der Kurs da also durch.

Dass der kräftige Kursanstieg des Montags Deutz nahe an diese Zone 4,842 zu 4,878 Euro getragen hat, bietet dafür zwar die potenzielle Basis. Aber dazu müssten jetzt eben Anschlusskäufe her. Und dass die kommen, ist fraglich genug, um einem solchen Aufstieg in die obere Hälfte der Handelsspanne eher nicht vorgreifen zu wollen, denn:

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur DEUTZ Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Bislang weiß man nicht, wie das vierte Quartal beim Motorenhersteller gelaufen ist, ein Ausblick auf 2025 fehlt obendrein. Was man hat, sind die Neun-Monats-Zahlen, die Anfang November kamen. Da wurde zwar ein Umsatzrückgang von 13,4 Prozent gemeldet. Aber der Auftragseingang lag nur um 3,8 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum. Zudem äußerte sich der Vorstand im Rahmen dieser Zahlen optimistisch, mit einer durch Zukäufe und neue Kooperationen gestärkten Marktbasis für die Zukunft gut gerüstet zu sein.

Deutz Aktie: Chart vom 20.01.2025, Kurs 4,732 Euro, Kürzel: DEZ | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Deutz Aktie: Chart vom 20.01.2025, Kurs 4,732 Euro, Kürzel: DEZ | Quelle: TWS

Wenn wir uns die Aktie auf Wochenbasis ansehen, können wir jedoch sehen, dass dieser Optimismus des Vorstands im Rahmen der am 8. November vorgelegten Ergebnisse der Aktie nicht auf die Beine geholfen hatte. Warum also sollte das gelingen, weil sich nur ein Analyst positiv äußert?

Dass die Zukäufe Deutz‘ Gewinne stützen werden, sieht der Analyst genauso wie der Vorstand, diese Hoffnung kommt also nicht aus dem Nichts. Und dass das Geschäftsumfeld sich im zweiten Halbjahr verbessern wird, kann man gerne hoffen, aber sicher vorhersagbar ist das eben nie.

Die Marktteilnehmer müssten also bereit sein, jetzt an eine Aufhellung der Lage zu glauben, an die sie im November noch nicht hatten glauben wollen. Das kann so kommen, aber dann muss sich das im Aktienkurs auch zeitnah niederschlagen, indem diese jetzt greifbare Hürde bei 4,842 zu 4,878 Euro nicht gerissen, sondern klar übersprungen wird. Bevor das nicht der Fall ist, wäre Vorsicht angebracht.

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Vorherige Analysen der DEUTZ Aktie

Ein Minus von 9,23 Prozent, das zeitweise sogar bis zu 18 Prozent betrug, das passiert auch bei eher marktengen Aktien wie Deutz nicht einfach so. Da musste es wohl „bad news“ gegeben haben. Und in der Tat, auch der Motorenbauer entkommt dem Sog der Branche nicht.

Deutz kappte am Donnerstagnachmittag via adhoc-Meldung seine 2024er-Prognose. Der Grund war der gleiche wie bei den vielen anderen Unternehmen der Automobilbranche, die zuletzt Unerfreuliches zu melden hatten: Ein schwächer als erwarteter Absatz und ein ebenso schwächer als erwartet laufender Auftragseingang.

Konkret senkte Deutz die Umsatzprognose auf ca. 1,8 Milliarden Euro, bislang wurde eine Range zwischen 1,9 und 2,1 Milliarden avisiert. Die Gewinnmarge auf EBIT-Basis (vor Zinsen und Steuern) wird jetzt bei 4,0 bis 5,0 Prozent gesehen, da lag der Ausblick zuvor bei 5,0 bis 6,5 Prozent. Damit wird der Gewinn im schlimmsten Fall sehr weit unter der bisherigen Erwartung liegen. Kein Wunder, dass die Aktie negativ reagierte. Zumal Deutz im Rahmen der adhoc-Meldung festhielt, dass man derzeit keine Nachfrage-Belebung im vierten Quartal sieht. 

Zwar hielt man fest, dass die bereits laufenden Maßnahmen zur Verbesserung der Kosteneffizienz intensiviert werden. Aber das ändert nichts am Kernproblem: Die Nachfrage ist schwach. Aber auch, wenn man nie deutlich vorher weiß, wann es so weit sein wird:

Expertenmeinung: Ein immenses Auf und Ab bei der Nachfrage, verbunden mit massiven Auswirkungen auf den Gewinn, das ist bei Unternehmen aus konjunktursensiblen Branchen völlig normal. Im Zuge einer steigenden Nachfrage können die Gewinnmargen immens gesteigert werden: geht sie aber zurück, sinken die Margen rasant, oft rutschen solche Unternehmen dann auch in die Verlustzone. Das gilt z.B. für die Halbleiterindustrie, für den Maschinen- und Anlagenbau, aber eben auch für die Automobilbranche.

Das bewegt die Aktienkurse entsprechend massiv, weil sie diesem zyklischen Auf und Ab der Gewinne natürlich folgen. Diese starken Auf- und Abwärtsimpulse bringen solchen Aktien den Namen „Fahrstuhlaktien“ ein. Und unser langfristiger Chart der Deutz-Aktie zeigt: Diese Bezeichnung passt auch hier perfekt. Aber sollte/könnte man dementsprechend nicht jetzt langsam zugreifen, so, wie es offenbar diejenigen gestern taten, die die Aktie einsammelten, als sie das obere Ende der unteren Umkehrpunkte der vergangenen Jahre touchierte?

Dass Deutz genau auf Höhe des 2023er-Tiefs als dem obersten der diese „Kellerzone“ ausmachenden unteren Wendepunkte drehte, basiert sicherlich auf dem Gedanken, dass die „bad news“ ja nunmehr auf dem Tisch liegen und die Aktie „unten“ ist. Aber ob sie das wirklich ist, wird davon abhängen, ob es mit den unerfreulichen Nachrichten bei Deutz bzw. der Branche insgesamt jetzt getan ist. Und das bewegt sich irgendwo zwischen „offen“ und „zweifelhaft“. Diese untere Zone reicht von 3,64 Euro bis hinunter auf 2,62 Euro. Und wenn Deutz in den kommenden Monaten auch das untere Ende dieser Range auslotet, hätte, wer gestern kaufte, mit Zitronen gehandelt, daher: Lieber erst einmal nur beobachten!

Deutz Aktie: Chart vom 02.10.2024, Kurs 4,034 Euro, Kürzel: DEZ | Quelle: TWS | Online Broker LYNX

Quellenangaben: Anpassung der 2024er-Prognose, 03.10.2024:
https://www.eqs-news.com/de/news/adhoc/deutz-ag-passt-prognose-2024-aufgrund-konjunktureller-nachfrageschwaeche-an/2142191

Gerade erst hatte der Deutz-Vorstandschef laut über einen Ausbau des Portfolios nachgedacht, was wirkte, als ginge es da eher um mittelfristige Veränderungen. Aber gestern Abend nach Handelsende wurden bereits erste Taten präsentiert … das geht schnell hier!

Am Wochenende erklärte Deutz-Vorstandschef Schulte in einem Interview in der „Welt am Sonntag“, dass eine Verbreiterung des Portfolios in Richtung militärischer Produkte wie Motoren für Lastkraftwagen oder Radpanzer und dieselbetriebener Stromaggregate z.B. für Feldlazarette eine Option sei. Das „bringe die Zeitenwende mit sich“. Das sorgte zwar am Montag im ersten Moment für einen Kurssprung. Aber der traf, wie der Chart zeigt, am Dienstag und Mittwoch bereits auf Gewinnmitnahmen. Was auf Sicht machbar ist, ist eben nicht zwingend etwas, das eine Aktie per sofort in neue Sphären katapultieren müsste.

Deutz Aktie: Chart vom 27.06.2024, Kurs 5,805 Euro, Kürzel: DEZ | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Deutz Aktie: Chart vom 27.06.2024, Kurs 5,805 Euro, Kürzel: DEZ | Quelle: TWS

Damit prallte der Deutz-Kurs erst einmal an der Widerstandszone 5,88 zu 6,08 Euro ab. Aber gestern nach Handelsende kam gleich die nächste Meldung. Und die machte deutlich, dass man bei Deutz nicht vorhat, die Sache lange hin und her zu diskutieren, denn da wurde in Sachen Stromaggregate gleich mal Vollzug gemeldet:

Deutz übernimmt den US-Stromaggregate-Hersteller Blue Star Power Systems, die Vereinbarung ist bereits unterzeichnet, der Vollzug der Übernahme soll unter Voraussetzung der Erteilung der üblichen Genehmigungen im zweiten Halbjahr erfolgen. Kurzfristig soll Deutz‘ Jahresumsatz dadurch um mehr als 100, mittelfristig um mehr als 150 Millionen steigen. Die operative Marge von Blue Star läge im niedrigen zweistelligen Bereich und damit höher als die von Deutz, das würde Deutz‘ Marge also befeuern. Eine gute Sache?

Expertenmeinung: Grundsätzlich sicherlich, zumal Deutz mitteilte, dass diese Akquisition nur ein erster Schritt zum Aufbau eines neuen Geschäftsbereichs im Bereich der dezentralen Energieversorgung sei. Indes stellt sich die Frage: Was kostet diese Übernahme das Unternehmen? Werden die Anleger den Preis als günstig, fair oder zu hoch einstufen? Und da bleibt man bislang eine Antwort schuldig, denn:

Zum Thema Geld hieß es in der adhoc-Meldung nur, dass man zur Finanzierung unterschiedliche Optionen prüfe. Würde man die Akquisition komplett fremdfinanzieren, würde die Eigenkapitalquote um einen niedrigen, einstelligen Prozentbetrag sinken. Was alles und nichts heißt, sprich man weiß nur, was Deutz tun wird, aber nicht, was es kostet. Über kurz oder lang wird sich das in der Bilanz zwar erkennen lassen, aber so weiß man erst einmal nicht, wie man diesen Kauf … abgesehen davon, dass der Ausbau des Portfolios grundsätzlich zielführend erscheint … einordnen soll. Daher:

Nachbörslich zog die Deutz-Aktie zwar als Reaktion auf die Meldung über das Plus des regulären Handelstages hinaus etwas an und schob sich in den Bereich knapp über 5,90 Euro. Aber ob das schon reicht, um den charttechnischen Befreiungsschlag über die Widerstandszone 5,88/6,08 Euro hinauszuschaffen, werden erst die kommenden Tage zeigen. Es wäre aufgrund der offenen Frage nach dem Preis der Übernahme auf jeden Fall zu überlegen, hier erst aktiv zu werden, wenn diese Hürde genommen wurde.

Quellenangaben: adhoc-Meldung zur Übernahme von Blue Star Power Systems, 27.06.2024: https://www.eqs-news.com/de/company/deutz-ag/news/5b724958-ea7c-11e8-902f-2c44fd856d8c

2023 war für den Motorenhersteller Deutz ein starkes Jahr gewesen. Entsprechend negativ quittierten die Anleger im März einen eher verhaltenen 2024er-Ausblick. Doch jetzt denkt man über die Erschließung neuer Geschäftsfelder nach – die Aktie steigt. Kann das funktionieren?

Einst hatte Deutz auch Motoren für Armeelaster geliefert, doch das ist lange her. Jetzt überlegt man im Unternehmen, diese wieder anzubieten … Motoren für Radpanzer und Lkw, dazu dieselbetriebene Stromaggregate z.B. für Feldlazarette. „Das ist sicherlich ein attraktives Feld, das bringt die Zeitenwende mit sich“, wird Deutz-Vorstandschef Schulte in einem Interview mit der „Welt am Sonntag“ zitiert. Das mag sein … aber können solche Überlegungen alleine einen nachhaltigen Aufwärtstrend bei der Aktie auslösen?

Rein charttechnisch betrachtet kamen diese Aussagen zu einem perfekten Zeitpunkt, keine Frage. Sie sehen im Chart, dass die Aktie nach dem Abverkauf als Reaktion auf eine eher verhaltene 2024er-Prognose wieder anzog, kurzzeitig sogar über die seit 2021 geltende Widerstandszone 5,88 zu 6,08 Euro lief, dann aber mangels Anschlusskäufen abdrehte und nach einer mäßigen Bilanz des 1. Quartals am 30.4. den bis gestern geltenden Abwärtstrend initiierte. Jetzt drehte sie genau dort nach oben, wo sie aus Sicht der Bullen drehen musste:

An der durch die 200-Tage-Linie verstärkten Supportzone 4,96 zu 5,06 Euro. Die Frage ist aber, ob sich die Bullen dadurch nur wieder etwas Luft verschafft haben oder aber ob das der Startschuss zu einem erneuten und diesmal erfolgreichen Ausbruchsversuch nach oben ist.

Expertenmeinung: Betrachtet man die Sache völlig nüchtern, müsste man mit einer Gegenfrage antworten: Warum sollte Letzteres der Fall sein? Man müsste die Produkte erst einmal entwickeln, die nötigen Kapazitäten schaffen und, nicht zuletzt, in den Markt hinein kommen, in dem sich ja längst andere Anbieter tummeln. Das dauert seine Zeit, kostet erst einmal Geld, bevor es Geld bringt und ist letzten Endes ergebnisoffen. Davon abgesehen, dass der Deutz-Chef keine Entscheidung verkündet, sondern über Überlegungen im Unternehmen berichtet hat. Daraufhin sofort zuzugreifen, erscheint nicht logisch. Indes …

… wer die Börse kennt, weiß, dass die Logik dort nicht zwingend Stammgast ist. Viele handeln, bevor sie nachdenken und agieren hoch emotional. Daher kann das in den Medien nach dieser Nachricht umgehende Wort „Rüstungsphantasie“ durchaus dafür sorgen, dass die Aktie einen Befreiungsschlag vollzieht, wenn nur genug Akteure emotional agieren.

Aber wer da mitzieht, müsste sich stets daran erinnern, dass Emotionen und Geduld keine Geschwister sind, d.h. sollte mit einem Ausbruch über die Widerstandszone 5,88/6,08 Euro und über das Jahreshoch bei 6,346 Euro ein charttechnisch einwandfreier Befreiungsschlag gelingen, kann der trotzdem jederzeit als Bullenfalle enden. Und zwar dann, wenn die „First Mover“ auf satten Gewinnen sitzen und, nachdem sich die erste Euphorie gelegt hat, erkennen, dass die Gewinne in der Aktie jetzt da, die durch eventuelle neue Produkte erreichten, höheren Gewinne des Unternehmens aber fern sind.

Deutz Aktie: Chart vom 24.06.2024, Kurs 5,95 Euro, Kürzel: DEZ | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Deutz Aktie: Chart vom 24.06.2024, Kurs 5,95 Euro, Kürzel: DEZ | Quelle: TWS

Quellenangaben: Deutz-Artikel zum Thema Rüstungsgeschäft, 22.06.2024:
https://www.wiwo.de/unternehmen/industrie/neue-sparten-motorenhersteller-deutz-will-ins-ruestungsgeschaeft-einsteigen/29862320.html

Das, was der Motorenhersteller Deutz am Dienstagmorgen als Ergebnis der ersten drei Monate 2024 vorlegte, war in keiner Weise eine Überraschung. Keine positive, aber eben auch keine negative. Trotzdem sackte die Aktie um knapp sechs Prozent ab. Was war da los?

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ging es abwärts, keine Frage. Der Umsatz lag um 10,3 Prozent niedriger, die Zahl der verkauften Motoren lag bei 38.242 und damit um gut 17 Prozent unter dem Vorjahresquartal. Das bereinigte EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern) fiel um 24,7 Prozent, basierend auf dem niedrigeren Umsatz und einer zugleich von 7,3 auf 6,1 Prozent gesunkenen EBIT-Gewinnmarge. 

Doch damit war zu rechnen, nachdem Deutz am 19. März zusammen mit der 2023er-Bilanz den Ausblick auf 2024 vorgelegt hatte, der einen Umsatz zwischen 1,9 und 2,1 Milliarden Euro (2023: 2,1 Milliarden) und eine EBIT-Gewinnmarge zwischen 5,0 und 6,5 Prozent (2023: 5,7 Prozent) avisierte. In Bezug auf diesen Ausblick ist man nach dem ersten Quartal auf Kurs. Weshalb das Unternehmen die Prognose im Rahmen der Quartalsergebnisse auch bestätigte und die Zuversicht äußerte, dieses Ziel auch zu erreichen.

Damit bekam man am Dienstag, was zu erwarten war. Dass es immer einige Akteure gibt, die auf eine positive Überraschung wetten, ist normal. Dass die dann umgehend die Reißleine ziehen, auch. Aber wie steht es um diejenigen, die mit diesem Ergebnis gerechnet hatten? Die hätten durchaus Argumente, sich die Aktie nach diesem Minus genauer anzusehen, denn:

Expertenmeinung: Der Auftragseingang lag zwar mit 419,2 Millionen Euro deutlich unter dem des Vorjahreszeitraums (526,1 Millionen), aber um 20 Prozent höher als im vierten Quartal 2023. Das ist zwar weniger als der Umsatz von 454,7 Millionen Euro, aber auch das kam nicht überraschend, diese „Normalisierungseffekte“ hatte man erwartet. Und noch etwas fällt auf:

Als Deutz am 19.3. diesen 2024er-Ausblick vorstellte, brach die Aktie zunächst wegen der schwach wirkenden Perspektive ein, benötigte aber gerade einmal fünf Handelstage, um das Minus auszugleichen und danach sogar über den Kurslevel zu steigen, der vor der Vorlage des Ausblicks galt. Es misslang danach zwar, sich über die bis 2021 zurückreichende Widerstandszone 5,90 zu 6,05 Euro nach oben abzusetzen, aber allzu viel Druck kam erst einmal nicht auf. Daher ließe sich durchaus die Frage in den Raum stellen:

Wenn sich die Aktie nach diesem Ausblick erholen konnte und nach den Quartalszahlen klar ist, dass man in dieser Hinsicht auf Kurs ist, warum sollte sie jetzt sogar unter das schnell aufgekaufte Tief dieser ersten, negativen Reaktion vom März fallen?

So gesehen hätten die Bullen jetzt Argumente und … noch … eine charttechnische Basis, um das Ruder herumzureißen. Noch ist die aus dem Oktober stammende Aufwärtstrendlinie nicht gebrochen, sie könnte ebenso wie im März das Sprungtuch der Bullen sein. Aber letzten Endes heißt es an der Börse: Kurse gehen vor Logik, will heißen:

Ob die Gegenargumente der Käuferseite greifen, wird davon abhängen, ob man mehr tut, als über das Minus den Kopf zu schütteln. Deutz muss es zurück über diese erneut als Widerstand fungierende Zone 5,90/6,05 Euro schaffen, erst dann wäre die Sache wieder in trockenen Tüchern. Gelingt das nicht, könnte die Zone 4,65 zu 4,84 Euro schnell getestet werden, daher: Solange nicht klar wird, dass sich der Optimismus ähnlich wie im März schnell wieder durchsetzt, wäre ein Halten bestehender Positionen zwar machbar, ein Neueinstieg oder Zukauf aber noch recht gewagt.

Deutz Aktie: Chart vom 30.04.2024, Kurs 5,455 Euro, Kürzel: DEZ | Quelle: TWS | Online Broker LYNX

Quellenangaben: Ergebnis des 1. Quartals, 30.04.2024:
https://www.deutz.com/de/news/pressemitteilungen/news-detail/deutz-startet-robust-ins-neue-jahr-stabile-rendite-trotz-eines-konjunkturell-bedingten-nachfragerueckgangs/

Mit einem Minus von 10,63 Prozent quittierten die Anleger die 2023er-Bilanz, vor allem aber den Ausblick auf 2024 beim Motorenhersteller Deutz. Statt eines Ausbruchs über eine wichtige Hürde ist für die Bullen jetzt Defensive angesagt, denn eine Schlüsselzone im Chart ist nahe.

Anfang März war der Widerstandsbereich um das 2023er-Hoch intraday schon überboten worden, am Ende kam man aber nicht durch. Doch die Aktie hielt sich hartnäckig an dieser bei 6,08 Euro wartenden Hürde, bereit, im Fall eines starken Ausblicks auf das laufende Jahr umgehend nach oben auszubrechen. Sie sehen es im Chart: Es kam anders.

Deutz Aktie: Chart vom 19.03.2024, Kurs 5,215 Euro, Kürzel: DEZ | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Deutz Aktie: Chart vom 19.03.2024, Kurs 5,215 Euro, Kürzel: DEZ | Quelle: TWS

Zwar wurde am Morgen versucht, die Aktie in die Gewinnzone zu heben, aber am späten Vormittag kam massiver Abgabedruck auf, der sich unter sehr hohen Umsätzen abspielte. Die Deutz-Aktie rutschte binnen einer Stunde um über 17 Prozent ab, bevor es gelang, den Kurs ein Stück über dem Tagestief zu stabilisieren und das Minus zum Handelsende dadurch zumindest ein wenig einzugrenzen.

Grundsätzlich wäre das eine mögliche Basis, dieses Minus noch weiter auszubügeln. Denn zum einen wurde so eine im Januar entstandene Aufwärts-Kurslücke geschlossen, zum anderen drehte die Aktie damit knapp über einer mittelfristig relevanten, charttechnischen Schlüsselzone, die aus der 200-Tage-Linie bei aktuell 4,76 Euro und einer bis in den April 2022 zurück reichenden Wendezone bei 4,60/4,70 Euro besteht. Aber ganz so leicht wird sich der schwache Dienstag nicht ungeschehen machen lassen, immerhin hatte, wer da umgehend ausstieg, durchaus Argumente dafür.

Expertenmeinung: Deutz hatte 2023 ein starkes Jahr absolviert, mit einem Rekordumsatz von 2,1 Milliarden Euro und einem sehr überzeugenden Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT), der um Sonderfaktoren bereinigt bei 120,4 Millionen Euro lag. Die EBIT-Gewinnmarge wurde deutlich von 4,6 Prozent im Jahr 2022 auf 5,7 Prozent gesteigert. Natürlich hoffte das bullische Lager auf einen Ausblick, der avisiert, dass dieses starke Ergebnis, wenn nicht ausgebaut, so doch gehalten würde. Aber das vermochte Deutz eben nicht zu bieten.

Die Umsatzprognose liegt mit 1,9 bis 2,1 Milliarden unter dem Vorjahreswert. Der Auftragseingang von 1,79 Milliarden Euro im Vorjahr deutet dabei schon an, dass der Wind wieder ein wenig rauer wird. Und was die EBIT-Gewinnmarge angeht, bleibt Deutz eher vage, nennt eine Spanne zwischen 5,0 und 6,5 Prozent, d.h. die Extrempunkte sind gleich weit von dem entfernt, was 2023 erreicht wurde. Wenn beide Prognosewerte am Ende des Jahres am oberen Ende liegen sollten, würde der EBIT-Gewinn zwar moderat zulegen. Aber schon in der Mitte der Spanne wäre ein Gewinnrückgang gegeben, am unteren Ende der Range sogar ein deutlicher.

So defensiv hatte man den Ausblick ganz offenbar nicht erwartet, so dass sich (angesichts der höchsten Tagesumsätze seit 2019) offenbar nicht gerade wenige sagten: Lieber den Gewinn mitnehmen, solange er noch da ist. So gesehen ist es zwar nicht auszuschließen, dass dieser Schlüssel-Support in der Zone 4,60 zu 4,76 Euro hält. Aber da die Bullen erst einmal ohne Kaufargumente dastehen und die Short-Seller jetzt ihre Chance hätten, die Aktie aufgrund einer womöglich ausbleibenden Gegenwehr verunsicherter Käufer nach unten durch zu drücken, sollte man die gestern gelungene Verteidigung dieser Zone besser noch nicht als bullisches Signal werten.

Quellenangaben: Bilanz 2023, Ausblick 2024, 19.03.2024:
https://www.deutz.com/fileadmin/contents/com/ir/Investor_News/2024/20240319_DEUTZ_FY_2023_PM_de.pdf