1&1 AG Aktie Prognose Netzausbau, Glasfaser, Aktienkurs – Wo steht 1&1 wirklich?

News: Aktuelle Analyse der 1&1 AG Aktie

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1&1 AG
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1&1 hat große Pläne: Als vierter Netzbetreiber will das Unternehmen den Markt aufmischen. Wie sieht die Prognose für 2025 aus?

Ein mutiger Schritt: 1&1 wird Netzbetreiber

1&1 ist einer der führenden Telekommunikationsanbieter in Deutschland. Das Unternehmen hat sich in den letzten Jahren von einem reinen Internet- und Mobilfunkanbieter, der auf fremden Netzen operiert hat, zu einem eigenständigen Akteur im Mobilfunkmarkt entwickelt.

Seit Ende 2023 ist das Unternehmen offiziell der vierte Netzbetreiber in Deutschland neben den etablierten Playern Telekom, Vodafone und Telefónica/O2. Dieser Schritt markiert einen entscheidenden Wendepunkt für 1&1, da es nun nicht nur Tarife anbietet, sondern auch die technische Verantwortung für den Betrieb und Ausbau seines eigenen Netzes trägt.

Der Ausbau des 1&1-Mobilfunknetzes ist ein zentraler Aspekt der aktuellen Strategie. Das Unternehmen setzt dabei auf die innovative Open-RAN-Technologie, die nicht nur eine höhere Flexibilität bei der Auswahl von Hardware- und Softwarekomponenten ermöglicht, sondern auch als energieeffizienter gilt.

Experten schätzen, dass diese Technologie im Vergleich zu konventionellen Mobilfunknetzen eine Energieeinsparung von 10 – 30 % bietet, was ein klarer Wettbewerbsvorteil sein könnte.
Der Netzausbau verläuft langsamer als ursprünglich geplant.

Der Glasfaserausbau als zweites Standbein

Ein weiteres Standbein von 1&1 ist der Glasfaserbereich, der ebenfalls an Bedeutung gewinnt. Das Unternehmen bietet in immer mehr Regionen Glasfaseranschlüsse mit Gigabit-Geschwindigkeiten an, etwa in Städten wie Stuttgart, Schwerin oder Görlitz. Besonders attraktiv für Kunden ist dabei, dass 1&1 die Anschlusskosten in Höhe von etwa 800 Euro übernimmt und Tarife ab 9,99 Euro monatlich anbietet.

1&1 hat sich gewandelt. Das ist aber auch notwendig, denn rückblickend sind weder die Geschäftszahlen noch die Kursentwicklung berauschend.

Die neue Strategie hat aber auch ihre Nachteile, denn ein eigenes Mobilnetz und Glasfaser-Infrastruktur aufzubauen, ist ein aufwendiges und kapitalintensives Geschäft.
Ob sich das langfristig auszahlen wird, wird man sehen müssen. Denn 1&1 setzt nach wie vor auf aggressive Preisstrategien, um Marktanteile zu gewinnen.

Das spiegelt sich eins zu eins in den Zahlen wider. In den letzten fünf Jahren konnte man den Umsatz von 3,68 auf 4,10 Mrd. Euro steigern, das Ergebnis war jedoch von 2,12 auf 1,79 Euro je Aktie rückläufig.

Investitionen belasten die Profitabilität

Aufgrund der hohen Investitionen war der freie Cashflow in der jüngeren Vergangenheit teilweise sogar negativ.

Am Vorabend hat 1&1 die vorläufigen Ergebnisse für 2024 bestätigt und einen Ausblick auf 2025 vorgelegt.

Im Geschäftsjahr 2024 ist die Zahl der Kundenverträge um 130.000 auf 16,39 Millionen leicht gestiegen. Bei mobilen Verträgen hat man ein Plus von 190.000 verzeichnet, bei Breitband-Anschlüssen jedoch einen Rückgang um 60.000.

Der Konzernumsatz war den vorläufigen Zahlen zufolge um 0,8 % auf 4,06 Mrd. Euro leicht rückläufig. Das EBITDA verringere sich von 654 auf 605 Mio. Euro.

Gute Nachrichten sind das nicht, daran gibt es wenig zu beschönigen. Bisher konnte sich das Bullenlager wenigstens darauf berufen, dass 1&1 wächst und Marktanteile gewinnt, auch wenn der Gewinn hinterherhinkt.
Dieses Argument ist jetzt aber auch dahin. Da 1&1 im Gegensatz zu vielen anderen Telekom-Konzernen auch keine nennenswerte Dividende zahlt (0,34 %), fällt auch dieses Argument weg.

Ausblick und Bewertung

Bleibt nur zu hoffen, dass der Ausblick besser aussieht. Für 2025 stellt 1&1 einen stabilen Vertragsbestand sowie einen Service-Umsatz auf Vorjahresniveau in Aussicht.
Das EBITDA soll um 3,4 % auf 571 Mio. Euro zurückgehen.

Der Ausbau des eigenen Mobilfunknetzes belastet weiterhin die Profitabilität, das Segment dürfte 2025 ein EBITDA von -265 Mio. Euro erzielen, also auf demselben Niveau wie 2024.

Das Investitionsvolumen auf Konzernebene soll von 291 auf etwa 450 Mio. Euro steigen.

Daher ist damit zu rechnen, dass das Ergebnis 2025 erneut sinken wird. Den Konsensschätzungen zufolge war der Gewinn 2024 um 12 % auf 1,60 Euro je Aktie rückläufig und wird 2025 auf 1,58 Euro je Aktie sinken.
Der Ausblick von 1&1 selbst spricht dafür, dass die Schätzungen für 2025 zu optimistisch sind und revidiert werden müssen.

1&1 Aktie: Chart vom 26.03.2025, Kurs: 13,96 Euro - Kürzel: 1U1 | Online Broker LYNX
1&1 Aktie: Chart vom 26.03.2025, Kurs: 13,96 Euro – Kürzel: 1U1 | Quelle: TWS

Die Aktie ist abermals am Widerstand bei 15 Euro gescheitert, daher muss jetzt mit einem Rücksetzer in Richtung 13,30 Euro gerechnet werden. Darunter käme es zu einem Verkaufssignal mit möglichen Kurszielen bei 12,50 und 11,25 Euro.

Gelingt hingegen ein Ausbruch über 15 Euro, würde das den Weg in Richtung 16,75 und 17,50 freimachen.

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Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value. Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch. Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.
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